Theorie

Vom mystischen Feuer zu neuronalen Netzwerken

Unter unserem Label des griechischen Buchstabens 𝜅 (Kappa) praktizieren wir sowohl "Kundalini Activation", als auch "Innerdance". Beide werden oft in denselben Kontexten genannt, weil beide mit innerer Energie, Bewusstsein und Transformation zu tun haben, aber ihre Herkunft und die aufgezeigten Prinzipien sind historisch unterschiedlich. Das eine ist antik spirituell, das andere ist modern und wissenschaftlich fundiert.

Kundalini Activation Magic
Kundalini Activation spirituell-energetisch

Beide Wege aktivieren tiefe Gehirn- und Körperprozesse, die zu Heilung, Bewusstseins­erweiterung und emotionaler Integration führen. Beide bewirken eine kraftvolle Reise, die dein Bewusstsein auf natürliche Weise verändert. Angeleitet von eindringlicher Musik, sanften Berührungen und energetischer Unterstützung aktivieren sowohl Kundalini Activation als auch Innerdance Gehirnwellenmuster, die denen im REM-Schlaf ähneln – dem Zustand, in dem tiefe Heilung, Transformation und Erkenntnis entstehen.

Innerdance Synthesizer
Innerdance multi-layer neuroenergetisch

Während Kundalini Activation ein traditioneller, spirituell-energetischer Weg ist, ist Innerdance ein moderner, neuro­energetischer Weg. Mit anderen Worten, die spirituelle Energie (Kundalini Activation) und die neuro­energetischen Prozesse unseres Nervensystems (Innerdance) sind zwei Seiten derselben Medaille:

Mystik trifft Neuronen

Aus neuro­energetischer Sicht baut Kundalini Activation bzw. Innerdance auf 5 Prinzipien auf.

⎯⎯  Prinzip 1⎯⎯

Gehirnwellen erzeugen Empfindungen

Unser Gehirn ist wie ein elektrisches Orchester: Milliarden von Neuronen feuern rhythmisch in Wellen. Diese Rhythmen bestimmen, wie wir denken, fühlen und wahrnehmen.

Brain Waves
Gehirnwellen lassen sich per EEG messen
Ein EEG (ElektroEnzephaloGrafie) misst die elektrische Aktivität des Gehirns durch die Aufzeichnung elektrischer Ströme, die von den Nervenzellen in der Hirnrinde erzeugt werden. Dabei werden Elektroden auf der Kopfhaut platziert, um Hirnströme als sogenannte Hirnwellen aufzuzeichnen. Diese schmerzlose und ungefährliche Untersuchung dient zur Diagnose von neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Schlafstörungen und Hirnschädigungen.
GehirnwelleFrequenzBewusstseins­zustand
Gamma> 30 HzErleuchtung, Einsicht, Integration, Klarheit
Beta14 - 30 HzDenken, Konzentration, Aktivität, Kontrolle, Problemlösung
Alpha8 - 13 HzEntspannung, Leichtigkeit, Kreativität, Loslassen, Stressabbau
Theta4 - 7 HzTrance, Traum, Intuition, Erinnerung, Emotionen, Zuckungen
Delta0,5 - 4 HzTiefschlaf, Heilung, Regeneration
Hz (Hertz) bedeutet Schwingungen pro Sekunde.
⎯⎯  Prinzip 2⎯⎯

Stimulation durch Resonanzen

Musik ist ein Werkzeug, um diese Schwingungszustände im Gehirn gezielt zu beeinflussen. Musik besteht aus Schallwellen, also Druckwellen in der Luft mit bestimmten Frequenzen (z.B. 440 Hz für den Ton A). Wir hören Musik im Bereich von etwa 20 Hz - 20.000 Hz, aber das Gehirn arbeitet in einem wesentlich tieferen Bereich von 0,5 Hz - 100 Hz. Das heißt das Gehirn "übersetzt" Musik in langsamere innere Rhythmen durch einen Prozess namens "Entrainment", worunter in der Hirnforschung die Synchronisierung neuronaler Schwingungen des Gehirns mit externen Reizen verstanden wird, wie z.B. rhythmische Licht- oder Ton­einwirkungen (durch Resonanz oder Mit-Schwingen z.B. per Tief­oktavierung* bei mehrfacher Halbierung der Ton-Frequenz, vgl. Schaukel-Beispiel**). Dadurch können Musik und Klänge die Gehirnwellen direkt modulieren und somit dieselben Zustände hervorrufen wie sie alternativ z.B. durch Meditation oder psychedelische Substanzen erreicht werden.

* Die Oktavierung in der Musik ist die Versetzung eines Tones um eine Oktave. Bei der Oktavierung nach oben (Hoch­oktavierung) wird die Frequenz des Tones genau verdoppelt, beim Oktavieren nach unten (Tief­oktavierung) wird sie halbiert.
** Parametrische Resonanz ist wie Anschaukeln: Stell dir eine Schaukel vor. Ein Kind auf der Schaukel steigert den Ausschlag der Schaukel durch Hoch-Tief-Bewegungen zweimal pro einer Schwingung der Schaukel, d.h. die Schaukel (Frequenz der Gehirnwelle) schwingt mit halber Frequenz der Anregung des Kindes (Frequenz des Klangs).
Kundalini Synthesizer
Synthesizer – riesige Bandbreite an Klängen

Diese Beziehung zwischen Musik­frequenzen und Gehirnwellen­frequenzen erklärt, warum Prozesse wie Sound-Healing, Klangschalen-Therapie, Mantras usw. so tief wirken können. Sie beeinflussen unser Gehirn und Nervensystem und können nachhaltige Veränderungen im Erleben und Verhalten anstoßen. Neurowissenschaftler sprechen hier von "Neuroplastizität". Sie bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns und des gesamten Nervensystems, sich strukturell und funktionell zu verändern, um sich an Erfahrungen, Lernen, Umweltbedingungen oder Verletzungen anzupassen (zu reorganisieren).

Kurz gesagt: Dein Gehirn ist nicht "fest verdrahtet", sondern formbar und lernfähig.

Welche Musik und Klänge wirken nun auf welche Gehirnwellen und regen diese an? Die folgende Tabelle gibt die Antwort auf diese Frage:

Musik und KlängeTon-Frequenz
Kristallklangschalen, hochfrequente Obertöne, helle Glocken, tibetische Klangschalen, Oberton-Gesang, Synthesizer mit sehr klaren pulsierenden hohen Frequenzen, mehrlagige Obertöne, Zimbeln (kleinen Metallbecken), helle perkussive Klänge (außerhalb des melodischen), binaurale Beats (räumlicher Klangeindruck)1620 - 5400 Hz
Gehirn: Gamma
Motivierende Musik zur körperlichen Arbeit oder Sport (z.B. schnelle Pop-, Rock- oder elektronische Musik), E-Gitarre, Synthesizer mit lebhaften Beats, rhythmische Schlaginstrumente wie Trommeln, Congas, Schlagzeug (schnell energetisch mit 100-140 bpm)756 - 1620 Hz
Gehirn: Beta
Akustische Gitarre, Klavier, sanfte Flöte, Harfe, Naturklänge (Wasser, Regen, Wind), sanfte Ambient-Musik, sphärische Klänge, Meditationsmusik oder sanfte Lounge-Musik mit 60-80 bpm (entspricht der Herzfrequenz in Ruhe)432 - 756 Hz
Gehirn: Alpha
Didgeridoo (obertonreiches Blasinstrument der Aborigines), schamanische Trommel (langsamer Rhythmus 4-7 Schläge pro Sekunde), tiefe Klangschalen, Gongs, Chants (wiederholte, einfache Gesänge), Mantras (wiederholt gesprochene, gesungene, geflüsterte oder in Gedanken rezitierte heilige Silben, Worte, Sätze), langsame binaurale Beats, tibetische Ritualmusik256 - 432 Hz
Gehirn: Theta
Große Gongs, tiefe Trommeln, tiefe Synthesizer-Drones (anhaltende Töne), Subbass, tiefste Frequenzen (z.B. langsame, monotone Klänge ohne Rhythmus), Meeresrauschen, sehr langsamer Herzschlag, tiefer Bassbereich32 - 256 Hz
Gehirn: Delta
Klicke auf eine Ton-Frequenz, um sie zu hören.
Die Frequenz von 432 Hz (siehe oben) hat eine tief entspannende und harmonisierende Wirkung auf Körper, Geist und Seele, was auf die Synchronisierung der Gehirnhälften zurückgeführt wird. Musik in dieser Stimmung wird häufig mit tiefer Ruhe, Stressabbau, erhöhter Konzentration und einem Gefühl der Verbundenheit mit der Natur und dem Universum in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die Frequenz von 432 Hz mit den natürlichen Schwingungen des Menschen und der Natur im Einklang steht.
⎯⎯  Prinzip 3⎯⎯

Empathisches Wahrnehmen der Umgebung

Neuronen (oder Nervenzellen) sind die Grundbausteine des Nervensystems. Sie sind spezialisierte Zellen, die Informationen empfangen, verarbeiten und weiterleiten, sowohl im Gehirn als auch im restlichen Nervensystem. Das menschliche Gehirn enthält etwa 86 Milliarden Neuronen. Diese spielen beim Denken die zentrale Rolle. Ohne sie gäbe es kein Bewusstsein, keine Erinnerung, keine Sprache, keine Gefühle und kein logisches Denken. Sie sind die Grundlage aller geistigen Prozesse.

Musik mit klarer, vorhersehbarer Struktur kombiniert mit Klängen von realen Aktionen wie z.B. Geräusche von anderen Personen (Schritte, Klatschen, Schlagen auf Oberflächen, gesprochene Worte in der Ferne) gefolgt von (oder gespielt zusammen mit) expressiver Musik aktiviert eine spezielle Art von Neuronen im Gehirn, die sogenannten "Spiegel­neuronen". Diese Nervenzellen werden sowohl aktiv, wenn wir selbst eine Handlung ausführen (oder planen), als auch, wenn wir dieselbe Handlung bei einer anderen Person nur beobachten. Das heißt diese Neuronen "spiegeln" das beobachtete Verhalten im eigenen Gehirn und lösen die gleiche Aktivität und Empfindungen aus, als würde man die Handlung selbst ausführen.

Brain Empathy
Wahrnehmen was der andere denkt und fühlt

Spiegel­neuronen sind daher die zentralen Bausteine für die Wahrnehmung des "Anderen" bzw. der Außenwelt (also nicht des eigenen Ichs) und gelten somit zuständig für:

Kurzgefasst, Spiegel­neuronen stehen in Zusammenhang mit der Nachahmung von wahrgenommenen Bewegungen anderer (motorische Assoziation) und dem Mitempfinden was andere denken und fühlen (emotionale Resonanz). Werden die Spiegel­neuronen aktiviert, werden die sog. Mu-Wellen unterdrückt (Mu-Wellen-Suppression), was im EEG gemessen werden kann. Die Mu-Gehirnwellen (µ-Rhythmus) sind eine motorische Variante der Alpha-Wellen und liegen im gleichen Frequenzbereich von 8-13 Hz. Sie werden als messbarer EEG-Marker für die Aktivität der Spiegel­neuronen herangezogen. Bei zunehmender Aktivität, d.h. erhöhter Wahrnehmung des "Anderen", schwindet der zentrale Fokus auf das eigene "Ich".

Entdeckt wurden die Spiegel­neuronen in den 1990er-Jahren von Giacomo Rizzolatti an der Universität Parma (Italien). Bei Experimenten mit Affen zeigte sich, dass bestimmte Nervenzellen im prämotorischen Kortex im Gehirn feuern, wenn der Affe z.B. eine Erdnuss greift, aber eben auch, wenn er jemanden anderen beim Greifen beobachtet.
⎯⎯  Prinzip 4⎯⎯

Ich-Auflösung führt zur Nondualität

Im normalen Alltagsbewusstsein erleben wir uns als ein getrenntes "Ich", das in einer Welt von "anderen Dingen" lebt. Es gibt ein "Ich", das wahrnimmt, und "etwas", das wahrgenommen wird. Denken, Fühlen, Wollen werden aus der Perspektive des eigenen Subjekt-Zentrum des "Ich" erlebt. Diesen Zustand nennt man duales Bewusstsein, oder "Dualität", also das uns vertraute Bewusstsein in Gegensätzen: Ich/Du, Gut/Böse, Leben/Tod usw.

Ego Centric
Dualität – zentrales "Ich" unter anderen

Nonduales Bewusstsein, oder "Nondualität", bezeichnet Formen des Erlebens, in denen die übliche Trennung zwischen Ich/Welt, Subjekt/Objekt, Innen/Außen nicht mehr erfahren wird. Der Begriff "Nondualität" stammt ursprünglich aus der Mystik (!), findet aber zunehmend Verwendung in der modernen Psychologie und in der neurologischen Bewusstseins­forschung.

Dies zeigt, dass moderne Forschung von traditioneller Spiritualität lernen kann: "Vom mystischen Feuer zu neuronalen Netzwerken"

Bei Meditation, Psychedelika, Kundalini Activation / Innerdance wird das sog. "Default Mode Network" (DMN) vorübergehend herunter­gefahren. Dieses Netzwerk ist eine Gruppe von Gehirnregionen, die aktiv ist, wenn du über dich selbst nachdenkst oder tagträumst. Im (normalen) dualen Zustand generiert das "Default Mode Network" Selbst- und Ich-Gefühle. Es beteiligt sich an Hirnprozessen wie Erinnerungen an gesammelte Ereignisse und Fakten über dich selbst, Reflexion über den eigenen Gefühlszustand, deine Moral­vorstellungen, Einschätzung und Wertung von Gerecht/Ungerecht, Urteilen über Gut und Schlecht, Wahrnehmen von Mangel an sozialer Interaktion, Erinnerung an die Vergangenheit und Nachdenken über die Zukunft (Zukunfts­zenarien, Zukunftspläne) usw.

Das "Default Mode Network" (DMN) wurde 2001 von Marcus E. Raichle et al. erstmalig beschrieben.

Wird das "Default Mode Network" herunter­gefahren, führt das zu:

Kurz: Das Gehirn "vergisst" für eine Weile, wer du bist und kann sich neu organisieren.

Beim "Ego-Modell" (siehe Thomas Metzinger 2009) ist das "Ich" lediglich eine Konstruktion im Gehirn (Subjektivität ist konstruiert). Nonduale Zustände entstehen, wenn diese Konstruktion (vorübergehend) aufgehoben ist, sodass das Gehirn die Welt ohne Ich-Bezug erlebt.

Siehe auch oben die Wahrnehmung der Außenwelt (also nicht des eigenen Ichs) bei Aktivierung der Spiegel­neuronen.

Bei der "Nondualität" geht es also um die Aufhebung der klassischen Subjekt-Objekt-Spaltung ("Subjekt" ist gleich "Objekt"). Hierbei sind "das, was erkennt" und "das, was erkannt wird" auf einer tieferen Ebene eins. Erkenntnis wird zum direkten Erleben der Wirklichkeit in ihrer "Einheit", nicht ein "Subjekt, das Objekte betrachtet". Wenn in diesem Zustand alles eins ist, verändert sich unsere Beziehung zu anderen und zur Welt. Mitgefühl und Verantwortung entstehen dann nicht aus Regeln, sondern aus der Erkenntnis der Verbundenheit. Das "Ich" erkennt sich selbst als Teil des Ganzen. Nondualität ist somit eine reifere Entwicklungsstufe, die über egozentrisches Denken hinausgeht.

⎯⎯  Prinzip 5⎯⎯

Zufriedenheit in neuer Perspektive

In der modernen Psychologie und Neuro­forschung (zur nondualen Achtsamkeit und flow-ähnlichen Zuständen) wird Nondualität als Veränderung der Selbst­wahrnehmung und Identitäts­grenzen beschrieben, ein Zustand mit reduzierter Selbst­reflexion und weniger Selbst­beschäftigung. Diesen Zustand erfahren wir positiv:

Nondual Healing
Erwachen zu tieferem Verständnis

In diesem nondualen Zustand wird Erfahrung als eins, unmittelbar und grenzenlos erlebt. Typische Beschreibungen von Teilnehmern bei "Kundalini Activation" und "Innerdance" sind "Alles ist eins", "das Bewusstsein schaut sich selbst" usw. Probleme relativieren sich im "Ganzen". Die neu gewonnene Erkenntnis und Perspektive rücken in den Vordergrund, woraus Zufriedenheit, Glück und Heilung hervorgeht.

KAPPAKAPPA

Mit Bezug auf den oben dargestellten Weg zu einem "Erweiterten Bewusstsein" haben wir den griechischen Buchstaben 𝜅 (Kappa klein, kursiv) für unser Label gewählt:

KAPPA
Kundalini Activation –
Pathway to Perceptive Awakening

"Pathway" ist ein komplexer, strukturierter oder systematischer Weg (während "Path" ein einfacher Weg ist).

"Perceptive Awakening" beschreibt ein Erwachen oder eine Öffnung des Bewusstseins, bei dem man feiner, klarer und bewusster wahrnimmt, sowohl innerlich (Gefühle, Gedanken) als auch äußerlich (Umgebung, Energie, Menschen). Oft wird es spirituell oder psychologisch verwendet, z.B. das Erwachen zu tieferem Verständnis, Einsicht und Intuition ("Perceptive" engl. bedeutet: wahrnehmend, scharfsinnig, einfühlsam).

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